28.06.2006 Collegium musicum spielte Beethoven und Mozart

Von Beethovens neun Sinfonien steht nur eine einzige in hellem C-dur. Und das ist gleich die erste, die der Komponist im Alter von 27 Jahren schrieb. Sie fand bei der Uraufführung in Wien (1800) begeisterte Zustimmung. Kein Wunder, denn das noch ganz im Banne Mozarts stehende Werk ist „geistreich, kräftig und originell“ wie die Zeitgenossen urteilten. Das meinten auch die Zuhörer im Theatersaal, die nach der wohlgelungenen Aufführung durch das Collegium musicum Nürnberg heftig applaudierten. Für das Laienorchester und seinen jugendlichen Dirigenten Florian Grieshammer war das Werk eine große Herausforderung, der sich alle mutig stellten. Da wurde nicht unbekümmert „drauflos“ musiziert, sondern auf eine saubere klangliche Ausformung Wert gelegt. An keinem Detail ging der Dirigent vorüber und seinen Intentionen kamen die Instrumentalisten, die Streichergruppen ebenso wie die Bläser, willig nach. Als Ausdruck kraftvoll drängender Lebensfreude empfand man auch bei dieser Wiedergabe das witzige Finale, ein turbulenter Kehraus, dessen Wirkung sich niemand entziehen kann.  – Beethovens sinfonischer Erstling war gekoppelt mit Mozarts Ouvertüre zu seiner im Todesjahr 1791 entstandenen Opera seria „Titus“. Auch hier führte der Fleiß der Einstudierung zu einem sehr befriedigenden Ergebnis.

Th. Kr.

Wohnstift am Tiergarten - Stiftsbote Juni/Juli 2006
 
Collegium musicum Nürnberg beim Komzert im Wohnstift am Tierarten - 28.06.06
Foto: Reiner Windhorst
Collegium musicum Nürnberg beim Komzert im Wohnstift am Tierarten - 28.06.06
Foto: Reiner Windhorst